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VdK kritisiert neues Bahnsteighöhenkonzept

Meldung vom: 07.12.2017

Mit Unverständnis und großer Sorge betrachtet der Sozialverband VdK die Auseinandersetzung um die geplante Einheitshöhe bei Bahnsteigen. So soll im Rahmen eines neuen Bahnsteighöhenkonzepts der Deutschen Bahn die Höhe der Bahnsteige an vielen bereits barrierefrei gestalteten regionalen Linien auf 76 cm festgelegt werden. „Das ist ein herber Rückschlag für den barrierefreien Nahverkehr. In mindestens 9 Bundesländern bestehen große Netze mit 55 cm hohen Bahnsteigen und dazu passenden Fahrzeugen, die mit Milliardenkosten angepasst werden müssten. Mit einem Umbau könnte in vielen Fällen schon erreichte Barrierefreiheit auf Jahrzehnte hinaus wieder verloren gehen“, so Ulrike Mascher, Präsidentin des Sozialverbands VdK Deutschland.

Irritierend sei vor allem die Tatsache, dass Gespräche mit den Interessenverbänden zu diesem Thema bislang ausblieben. „Das ist umso unverständlicher, als dass die Verbände von Menschen mit Behinderung bislang aktiv an der Erarbeitung von bereits drei Bahnprogrammen mitgewirkt haben. Es darf nicht sein, dass zukünftig das Bundesverkehrsministerium und die Deutsche Bahn beim zentralen Thema Barrierefreiheit an den Interessen von Menschen mit Behinderung vorbei verhandeln“, erklärt die VdK-Präsidentin.

Der Sozialverband VdK spricht sich grundsätzlich nicht gegen eine einheitliche Bahnsteighöhe von 76 cm aus, fordert aber, dass die Umsetzung des neuen Bahnsteighöhenkonzepts nicht zu Verschlechterungen der Barrierefreiheit außerhalb von Bauphasen führt. Der VdK fordert außerdem, dass die finanziellen Mittel erhöht werden, um die vollständige Barrierefreiheit aller Stationen schnell zu erreichen. „Die zügige Herstellung der Barrierefreiheit an allen 5.400 Bahnhöfen in Deutschland darf nicht scheitern“, so Mascher.

Der Sozialverband VdK unterstützt deshalb die Verkehrsministerkonferenz in ihrer Forderung, zügig ein gemeinsam abgestimmtes Bahnsteigkonzept zwischen Bund, Deutsche Bahn und Ländern zu entwickeln. Außerdem fordert der Sozialverband VdK ein sofortiges Moratorium. „So wird verhindert, dass die akuten negativen Auswirkungen des neuen Bahnsteighöhenkonzeptes in zahlreichen Kommunen weiter greifen“, betont Mascher.

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